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14.03.2017

BAYERISCHE SPARKASSEN: ERGEBNISSE 2016

Bayerische Sparkassen auch 2016 weiter gewachsen

Die bayerischen Sparkassen haben sich im Jahr 2016 als Marktführer behauptet und erfüllen zuverlässig ihren öffentlichen Auftrag. Ihre Partnerschaft mit dem Mittelstand haben sie weiter ausgebaut. Die Ausleihungen wuchsen um 3,4 % auf 126 Milliarden Euro; die Einlagen um 3,2 % auf 157 Milliarden Euro. Die addierte Bilanzsumme der 2016 noch 69 (inzwischen 68) Institute stieg um 2,7 % auf rund 198 Milliarden Euro an. Es wurde ein solides Betriebsergebnis vor Bewertung in Höhe von 1,737 Milliarden Euro erzielt; nach Bewertung ergibt sich ein Jahresüberschuss von durchschnittlich 325 Millionen Euro (2015: 317 Millionen). Wenngleich das operative Geschäft der Sparkassen gut und stabil verlief, sanken die Erträge wiederholt infolge des anhaltenden, europaweiten Zinstiefs.
 

v.l.n.r.: Landesobmann Walter Strohmaier, Präsident Dr. Ulrich Netzer und Vizepräsident Roland SchmautzDr. Ulrich Netzer, Präsident des Sparkassenverbands Bayern, bedauerte, dass trotz steigender Inflation kein Ausstieg aus der ultra-expansiven Geldpolitik der EZB erkennbar sei. So könnten sich deutsche Sparer weiterhin lediglich über eine höhere Risikobereitschaft eine positive Nettorendite erkaufen. Netzer forderte eine staatliche Unterstützung vor allem der Kleinsparer bei der Altersvorsorge: „Das Vermögensbildungsgesetz muss jetzt dringend auf den Prüfstand. Der Staat als Gewinner der Niedrigzinsphase sollte einen Teil seines Überschusses an die Bevölkerung weiterreichen“.

Um den Erhalt von Vermögen ginge es auch bei den Plänen zur weiteren Ausgestaltung der Europäischen Einlagensicherung, die Netzer kategorisch ablehnt. „Wir verwehren uns weiterhin gegen die Idee, Sicherungsmittel unserer bayerischen Sparkassenkunden direkt in einen europäischen Haftungspool einzuspeisen und zu vergemeinschaften“, so Netzer.

Auch was die Bankenregulierung angeht, bemängelte der Sparkassenpräsident die einheitliche, undifferenzierte Vorgehensweise. Die Regeln seien nach wie vor ausgerichtet auf internationale Großbanken mit riskanten Geschäftsmodellen und belasteten die Regionalbanken dadurch überproportional. Netzer mahnte insbesondere Melde- und Offenlegungspflichten gegenüber der Bankenaufsicht an, die die Leistungsfähigkeit der Sparkassen geradezu strangulierten. „Wenn dann noch Kapitalanforderungen überzogen werden, stört das die Kreditvergabefähigkeit gegenüber unseren mittelständischen Unternehmen empfindlich. Es wird Zeit, dass ein zweigeteiltes System für Großbanken einerseits und weniger komplexe Kreditinstitute wie die Sparkassen andererseits etabliert wird“, so Netzer. Er begrüße daher den von Bundesfinanzminister Schäuble und Bundesbankvorstand Dr. Andreas Dombret für Europa präferierten Ansatz einer „Small and Simple Banking Box“, der die Verhältnismäßigkeit in der Regulierung herstelle.

Vizepräsident Roland Schmautz ging auf die Rolle der Sparkassen im Zeitalter der Digitalisierung ein: „Wir wollen unser Geschäftsmodell an die neue Zeit anpassen. Die Digitalisierung ist eine Herausforderung, die wir aufgreifen, denn wir wollen die Position der Sparkassen als Qualitäts- und Marktführer ausbauen“. Die Produktlösungen müssten einfach und selbsterklärend sein, egal ob der Kunde mit Karte, Smartphone oder im Internet bezahlt. Die Sparkasse wolle den Kunden das Leben leichter machen. Schmautz belegte das digitale Engagement der Sparkassen unter anderem anhand von „Kwitt“, einem hochmodernen Bezahlsystem von Handy zu Handy, das erst kürzlich erfolgreich im Markt platziert worden sei.

Der Landesobmann der bayerischen Sparkassen, Walter Strohmaier, zeigte sich mit dem Gesamtergebnis der Sparkassen im Jahr 2016 zufrieden, wenn auch das operative Ergebnis vor dem Hintergrund der EZB-Niedrigzinspolitik einige Wünsche offen ließe. „Kredite und Einlagen der Sparkassen in Bayern sind weiter gewachsen – dieser Markterfolg gibt unserem Geschäftsmodell Recht!“. Trotz herausfordernder Rahmenbedingungen hätten die Sparkassen sich gut geschlagen. „Das Ergebnis 2016 ermöglicht es uns nochmals, Substanz als Vorsichtsmaßnahme für die Zukunft aufzubauen, damit wir als kommunale Kreditinstitute gerüstet sind, um unsere Aufgaben insbesondere gegenüber dem Mittelstand zu erfüllen“. Im abgelaufenen Geschäftsjahr sei das Kreditvolumen der bayerischen Sparkassen um 3,4 % auf 126 Milliarden Euro angestiegen; mehr als die Hälfte davon entfiel auf Unternehmen und Selbständige.

Netzer bekräftigte abschließend, dass die Sparkassen der Zins-Erosion sowie den üppigen regulatorischen Anforderungen mit professionellen Maßnahmen begegneten. Dabei ginge es nicht allein darum, Kosten zu sparen. Geschäftsprozesse müssten neu überdacht, Preise angepasst und das Provisionsgeschäft ausgebaut werden. Innerhalb des Verbundes müsse geprüft werden, ob und welche Synergien gehoben werden könnten. „Auf dieser Basis setzen wir auf weiteres qualitatives Wachstum im Geschäft mit unseren Privat- und Firmenkunden“, so Netzer. Der Beitrag der Sparkassen ziele darauf ab, den Menschen und der mittelständischen Wirtschaft in Bayern das Leben zu erleichtern.

Weitere Infos:

 

sparkassenverband-bayern.de