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09.06.2011

BAYERISCHER SPARKASSENTAG 2011

Zellner warnt vor Überbürokratisierung

Im Rahmen des Bayerischen Sparkassentages in Landshut warnte Theo Zellner, Präsident des Sparkassenverbandes Bayern, davor, das bewährte System von Sparkassen in kommunaler Trägerschaft zu gefährden.

Theo Zellner warnt davor, das bewährte System von Sparkassen in kommunaler Trägerschaft zu gefährden.Zellner wörtlich: "Das würde diejenigen treffen, die in den schlechten Zeiten den Karren aus dem Dreck gezogen haben." Sparkassen hätten in der Finanzkrise stabilisierend gewirkt, sie hätten eine Kreditklemme verhindert. Nun komme es darauf an, die Sparkassen in Bayern als größten Finanzdienstleister und Vertrauensgeber für Private, Handwerk und Mittelstand handlungsfähig zu erhalten und durch diese nationalen und internationalen Finanzmarktregulierungen zu bringen, ohne dass damit Angebotseinschränkungen für die Realwirtschaft verbunden sind, so Zellner vor rund 500 Delegierten aus allen Sparkassen Bayerns.

Manchmal habe er den Eindruck, so Zellner, die Sparkassen müssten besonders viele Lasten tragen. Es beginne damit, dass sich zwar die Finanzwelt in Europa auf die neuen Regeln vorbereite, sich aber gleichzeitig andere diesen Regeln entzögen. Zellner: "Sollen wirksame Lehren aus der Finanzmarktkrise gezogen werden, so müssten sich alle gleichermaßen an das Basel III-Regelwerk halten. Es darf nicht sein, dass sich wieder einige ausklinken, während sich die anderen durch die Regeln binden."

Der bayerische Sparkassenpräsident erwartet von der Politik, dass man bei der Bankenregulierung weniger pauschal vorgeht und sich stattdessen mehr an der Risiko-Ausrichtung der einzelnen Kreditinstitute orientiert: "Es muss stärker unterschieden werden zwischen stabilen Banken und solchen, die durch Größe und spekulatives Geschäftsgebaren ein Stabilitätsrisiko werden können."

Sparkassen müssten aufpassen, dass am Ende nicht der Mittelstand die Zeche bezahlen müsse. Denn, so Zellner "... die neuen Richtlinien der Bankenaufsicht führen dazu, dass künftig einlagenstarke Kreditinstitute daran gehindert werden, in gleicher Weise wie früher langfristige Kredite zu vergeben. Davon wären Sparkassen mit ihren hohen Anteilen langfristiger Kredite an gewerbliche Kunden, das Handwerk und Häuslebauer betroffen."

Ein weiteres Thema des Sparkassentages in Landshut befasste sich mit dem neu geregelten Verbraucherschutz. Mit den neuen Regeln müsse sichergestellt sein, dass mehr Schutz nicht durch eine erstickende Bürokratie erkauft wird. Es dürfe nicht sein, so Zellner, dass beratende Institute wie die Sparkassen mit neuen Regulierungen überzogen werden, während gleichzeitig diejenigen ungeschoren bleiben, die sich jeder geregelten Beratungspflicht entziehen.