08.03.2002
Klärung der offenen Punkte im Vermittlungsverfahren gefordert
Bayerns Sparkassen für dezentrale Struktur der Bundesbank
Sparkassenpräsident Dr. Siegfried Naser befürchtet, dass bei einer Umsetzung des Gesetzentwurfes der Bundesregierung zu Bundesbank und Finanzaufsicht im gesamten Kreditgewerbe zentralistischen Tendenzen Vorschub geleistet würde. Naser wörtlich: "Nicht zuletzt die erfolgreiche Euro-Bargeld-Einführung hat gezeigt, wie effizient dezentrale Strukturen sein können. Wir sollten dieses Instrument nicht leichtfertig aus der Hand geben." Es liege im Interesse der flächendeckend vertretenen 83 bayerischen Sparkassen mit ihren rund 3000 Geschäftsstellen, dass auch die zuständige Notenbank sowie die Finanzaufsicht dezentral organisiert seien. Auf diese Weise wären ein "Wettbewerb der Ideen", Unabhängigkeit sowie das Ansehen der Notenbank als Stabilitätsgarant gewährleistet. Die Erfahrung, z.B. in Großbritannien, zeige, dass die Struktur der Notenbank über kurz oder lang mit der Struktur der Banken sowie der Wirtschaft parallel laufe. Dies würde im Endeffekt bei Umsetzung der Regierungsentwürfe zu einer Schwächung des Mittelstandes sowie der Privatkunden führen, weil diese auf ein dichtes Bankstellennetz angewiesen seien.
Dr. Naser unterstützt deshalb ausdrücklich die Forderung, die Landeszentralbanken als eigenständige Institution zu erhalten. Das Ziel, die Führungsgremien der Bundesbank zu verschlanken, könne durch den Alternativvorschlag des Bundesrates besser erreicht werden.
Dr. Naser hofft deshalb, dass es zu einem Vermittlungsverfahren zwischen Bundestag und Bundesrat kommt, um diese genannten Punkte befriedigend zu klären.
