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08.10.2002

Sportjugendstiftung der bayerischen Sparkassen

Die Aktion "beweg' dich" startet in Ingolstadt

Mit einem großen Sportereignis fällt in Ingolstadt der Startschuss für eine langfristige Initiative zur Sportförderung im Jugendbereich. Prominente aus Sport, Wirtschaft und Politik geben am 12. Oktober von 11.00 bis 16.00 Uhr auf dem MTV – Gelände den Startschuss für die Gemeinschaftsaktion. Über 40 Sportangebote vom Trendsport bis zum Fußball laden zum Schnuppern und Ausprobieren ein. Gewinner sind alle, die mitmachen und schließlich auch über den Tag hinaus dabeibleiben.

"beweg' dich" heißt eine Initiative der Sportjugendstiftung der bayerischen Sparkassen mit bayerischen Sportverbänden, dem Bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultus, Ingolstädter Sportvereinen, den örtlichen Schulen, dem Donau-Kurier sowie der Stadt und ihrer Sparkasse. In einem Kompetenznetzwerk mit der Aktion "Mountain Freak" des Deutschen Skiverbandes und des Bayerischen Rundfunks haben alle Beteiligten gleiche Zielsetzungen. Sinn aller Aktionen ist es nicht allein, Schwung in das Leben junger Menschen zu bringen. Vielmehr verfolgen die Veranstalter das Ziel, Jugendlichen mit Sport Wertorientierungen und Halt in ihrem Leben zu vermitteln.

Im Mittelpunkt der gesamten Aktivitäten steht das Sportereignis am 12.10.2002 im MTV-Stadion in Ingolstadt. Vor- und nachbereitende Maßnahmen wie Workshops und wissenschaftliche Auswertungen garantieren die Nachhaltigkeit derangestrebten Zielsetzung.

Während des Erlebnistages sollen Kinder, Jugendliche und Eltern erfahren, dass Spiel, Spass und Sport sinnvolle Freizeitalternativen bieten. Dazu stellen die Ingolstädter Sportvereine mit Informationsständen und Schnupperangeboten ihre Sportart vor. Nicht Zuschauen, sondern Mitmachen ist dabei das Motto des Erlebnistages. Ob am Sportschützenstand, auf der Judo-Matte, bei den ersten Rock’n Roll-Schwüngen oder am Kletterfelsen kann jeder einmal ausprobieren, was ihn schon lange gereizt hat. Im Zirkusmobil kann man die Grundlagen des Jonglierens erproben, "Iron(wo)men" können sich im Triathlon versuchen, Skilangläufer können mit Inlinern trainieren und für die Fechter in spe heißt es "en garde". Und wer schon längst das Leistungsabzeichen des Bayerischen Fußballverbandes erwerben wollte – beim Ingolstädter "beweg’ dich"- Festival kein Problem! Entspannung finden die jungen Sportler in einem Sinnesgarten, der gleichzeitig ihre Wahrnehmung schärft.

Sport ist aber weit mehr als Bewegung und Wettstreit in einem festen Regelwerk. Sport erfüllt – da sind sich alle Verantwortlichen des Ingolstädter "beweg’ dich"-Sportfestivals einig – wichtige gesellschaftliche Aufgaben. Gerade in unserer heutigen Zeit verunsichern Leistungsdruck, Verlust der Gemeinschaft, aber auch ein Mangel an Kreativität, Fantasie und Freude viele Jugendliche. Solche Probleme führen sie häufig zur Flucht in Scheinwelten, nicht selten in Süchte, Gewalt oder Depressionen.

In unserer Gesellschaft besteht die Neigung, der Kopfarbeit und den Kopfleistungen einen unverhältnismäßig hohen Stellenwert einzuräumen. Andere jugend- und kindgemäße Erfolgserlebnisse, die gerade im Sportverein zu finden sind, wie sportliche Erfolge, Kreativität, körperliche Leistungssteigerung, aber auch Hilfsbereitschaft, Kameradschaft und Toleranz, haben in unserer Erziehung an Stellenwert verloren Damit einhergehen Hemmnisse bei der Selbstverwirklichung und beim Aufbau des Selbstbewusstseins. Pestalozzi forderte eine Erziehung mit "Kopf, Herz und Verstand" und stellte dabei ganz klar auf die ganzheitliche Erfahrung des Menschen mit all seinen Sinnen ab. "beweg’ dich" wendet sich gegen eine Kopflastigkeit unserer Gesellschaft Fehlt den Menschen spürbar das Bewegungserlebnis oder ein entsprechendes Sozialleben greifen sie zu Ersatzmitteln, die ihnen gefühlsmäßiges und sinnhaftes Erleben vorspiegeln. Alkoholismus und Tablettenabhängigkeit nehmen daher seit Jahren spürbar zu. Aber auch nichtstoffliche Süchte, wie zum Beispiel die Magersucht, sind im Jugendbereich stark verbreitet.

Hier muss sinnvolle Suchtprävention ansetzten. Doch hat die Erfahrung der letzten Jahre gezeigt, dass einzelne Institutionen nicht zum gewünschten Erfolg gelangten. Stattdessen erweist sich die Vernetzung zahlreicher staatlicher und privater Initiativen, die sich durchaus komplementär ergänzen, als Königsweg bei der Problembewältigung. Das Ingolstädter "beweg dich"-Festival will daher ein "Netz für Kinder und Jugendliche" knüpfen. "beweg’ dich" ist keine Zeigefingerinitiative. Sie will weder kurieren noch therapieren. Vielmehr ist sie eine Initiative, die dem Handeln Vorrang gibt. Ziel aller Beteiligten ist es, dass sich die Kinder im Verein entfalten können.

Gewinner sind alle, die sich an der Gesamtaktion beteiligen. Wer ganz viel Glück hat, kann obendrein zum Beispiel den Aufenthalt in einem Sportcamp gewinnen. Der Hauptgewinn bleibt aber sicherlich der Schritt aus dem Alltagstrott, den jeder Einzelne im Vorfeld des Sportereignisses, während des Erlebnistages oder auch in der Nachbereitungsphase erlebt. Jugendliche erfahren die Freude an der Bewegung, Jugendleiter die Bedeutung und Verantwortung ihrer Aufgaben und alle Erziehungsverantwortlichen die Befriedigung in der Beschäftigung einer sinnvollen Aufgabe.

Stubenhocker, Leseratten und Computerkids auf Trab zu bringen, ist die große Herausforderung aller Beteiligten im Veranstaltungspool. Ganz im Sinne ihres Logos sind die Veranstalter aber sicher, dass sie mit ihrem attraktiven Angebot "selbst eine Kuh zum Fliegen bringen".

Und damit die Aktion keine Eintagsfliege bleibt, werden sich die Ingolstädter Verantwortlichen auch in den Folgejahren mit weiteren Initiativen dafür engagieren.