03.05.2012
BAYERISCHER GRÜNDERPREIS 2012 - PREISTRÄGER IN DER KATEGORIE LEBENSWERK
1987 erlitt Evi Schuster, Tochter des Augsburger Unternehmers Max Schuster, bei einem Verkehrsunfall eine schwere Hirnschädigung und fiel in ein Wachkoma. Scheinbar wach, mit offenen Augen, aber nicht ansprechbar und ohne Reaktion liegt sie in der Klinik. Von den Ärzten wird sie aufgegeben. Ein Aufwachen aus dem Koma oder gar eine Rückkehr in ein selbstbestimmtes Leben schließen sie aus. Man kann Menschen mit einer so schweren Hirn-schädigung nicht helfen, davon sind sie überzeugt und sie halten das entsprechend der damaligen Lehrmeinung für wissenschaftlich erwiesen. Aber Max Schuster gibt nicht auf. Über Monate hinweg sucht er Ärzte und Therapeuten, die seiner Tochter helfen können. Und er findet sie.
Was in Deutschland Ende der achtziger Jahre noch als unmöglich gilt, wird unter anderem in der Schweiz und den USA bereits praktiziert: eine gezielte Rehabilitation für Menschen mit schwersten Hirnschäden. Seine Tochter macht Fortschritte, die nach damaligem Verständnis an ein Wunder grenzen. Heute lebt sie weitgehend selbständig in ihrem eigenen Apartment in einer betreuten Wohngruppe. Max Schuster konnte seiner Tochter helfen. Aber er wäre kein Unternehmer, wenn er sich damit zufriedengäbe. Er hat erfahren, dass es Wege zurück gibt und jetzt will er auch den vielen anderen Betroffenen helfen, deren Schicksal er kennengelernt hat.
Max Schuster hat das Therapiezentrum Burgau zunächst mit Spenden und seinem eigenen Geld aufgebaut, mit der Aufnahme in den bayerischen Krankenhausplan kamen erhebliche staatliche Mittel für den Ausbau der Klinik dazu. Anfang 2004 übertrug Max Schuster seine Anteile am Therapiezentrum auf die von ihm mittlerweile gegründete gemeinnützige Max Schuster Stiftung für Behinderte, die heute Hauptgesellschafterin des Therapiezentrums ist.
Max Schuster ist betroffener Vater und Unternehmer. Wie er selbst in seiner Person, so verbindet das Therapiezentrum Burgau unternehmerisches Handeln mit dem Anspruch, seinen Patienten und ihren Angehörigen eine herausragende und menschliche Behandlung anzubieten, die ihnen vor allem eines wieder ermöglicht: ein menschenwürdiges Leben und Teilhabe in Familie und Gesellschaft.
Pressekontakt:
Max Schuster
Max Schuster Stiftung für Behinderte
Daimlerstr. 15, 86356 Neusäß
Telefon: 0821 4544-247
