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20.11.2001

Bayerische Sparkassenstiftung

Seitenwechsel fördert soziale Kompetenz

Neue Rollen schaffen neue Einsichten. Gemäß diesem Prinzip vermittelt das Projekt "Seitenwechsel" für Führungskräfte der Wirtschaft Kurzzeit-Praktikas in sozialen Einrichtungen. In der Sparkassenakademie Landshut findet dazu am 19. November die erste bayerische Vermittlungsbörse statt. Die Aktion wird in Bayern gemeinsam vom Institut "persönlichkeit + ethik" (Universität Erlangen-Nürnberg und Hochschule Neuendettelsau) und dem Kirchlichen Dienst in der Arbeitswelt (München + Nürnberg) durchgeführt und von der Bayerischen Sparkassenstiftung unterstützt.

Beim Seitenwechsel arbeiten Führungspersönlichkeiten in ausgewählten sozialen Institutionen für eine Woche mit. Auf sehr komprimierte Art und Weise werden die Teilnehmer mit Gesellschaftsgruppen konfrontiert, mit denen sie normalerweise kaum oder wenig Berührung haben. Ziel des Vorhabens ist es, Führungskräften Sozialkompetenz zu vermitteln. Sie sollen neue Rollen erproben und zugleich ohne die Möglichkeit des Rückgriffs auf ihre Führungsrolle heilsam verunsichert werden. Das Konzept folgt dem Leitspruch "Sehen ist begreifen". Durch das Volunteering sollen die Teilnehmer ihre soziale Wahrnehmungsfähigkeit verbessern. Unternehmen mit sozialer Verantwortung benötigen Führungskräfte mit Soft skills wie Sensibilität, Toleranz, Hilfsbereitschaft und Verantwortungsgefühl.

Sparkassen sind Kreditinstitute, die in sozialer Verantwortung agieren. Die Entwicklung sozialer Führungskompetenzen gehört daher zu ihrem unternehmerischen Selbstverständnis. Dr. Siegfried Naser, Geschäftsführender Präsident des Sparkassenverbandes Bayern und Vorsitzender des Vorstandes der Bayerischen Sparkassenstiftung wörtlich: "Reine Shareholder value-Orientierung ist ein Konzept das viel zu kurz greift. Die Gesellschaft wird vielmehr ihre Unternehmen sehr bald mit einem Corporate Responsibility-Rating bewerten. In Amerika begreift man Unternehmen längst als korporative Mitbürger. Die Freistellung von Mitarbeitern für soziale Aufgaben gehört dort bereits zum Unternehmensalltag."

Aus diesem Grund setzen die bayerischen Sparkassen auf Ihre Mitarbeiter und das aus ihnen resultierende Sozialkapital. Unternehmen mit sozialer Verantwortung brauchen Führungskräfte mit sozialer Kompetenz.

Die Bayerische Sparkassenstiftung stellt Jahr für Jahr bis zu 2,5 Millionen DM für wissenschaftliche, kulturelle und soziale Anliegen zur Verfügung. Ihre Tätigkeit erschöpft sich aber keineswegs in der Vergabe von Mitteln. Vielmehr begreift sie sich zugleich als operativ tätige Einrichtung, mit der sich die Stiftungsziele ebenso verwirklichen lassen wie mit der Vergabe von Finanzmitteln. Als Berater, Moderator und Koordinator nimmt sie aktiv an Entwicklungsprozessen teil und gestaltet diese mit. Ein typischer Fall ist das Projekt Seitenwechsel. Deutschlandweiter Promotor dieses Projektes ist die Patriotische Gesellschaft von 1765, die 1778 auch die erste Sparkasse der Welt ins Leben rief. So wie diese Hamburger Aufklärungsgesellschaft schon 1778 in sozialer Verantwortung handelte, übernehmen die bayerischen Sparkassen – im Grunde genommen Kinder des Hamburger Vorbilds – diese Motivation für das neue Projekt und unterstützen die Organisatoren des "Seitenwechsel Bayern", das Institut "persönlichkeit + ethik" und den "Kirchlichen Dienst in der Arbeitswelt". Seitenwechsel ist nicht in erster Linie ein Sozialprojekt, sondern vielmehr ein anspruchsvolles wie hartes Programm der Persönlichkeitsentwicklung.

Veranstaltungsort der Pressekonferenz: Spakassenakademie Bayern, Bürgermeister-Zeiler-Str. 1, 84036 Landshut um 15.30 Uhr