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22.04.2008

Immer mehr Mittelständler auf Weltmarktkurs

Sparkassen unterstützen Auslandsaktivitäten - Keine Kreditklemme durch Finanzmarktkrise

Die bayerischen Sparkassen begleiten die Auslandsaktivitäten ihrer Kunden aktiv und bieten ihnen von der Beratung bis zur Projektfinanzierung kompetente Hilfe an. Von einer Kreditklemme aufgrund der internationalen Finanzmarktkrise könne keine Rede sein, betonen Rudolf Faltermeier, Vizepräsident des Sparkassenverbands Bayern, und Roland Burgis, Firmenkundenvorstand der Sparkasse Nürnberg.

Die Globalisierung hat den bayerischen Mittelstand erreicht. Fast die Hälfte ihres Umsatzes macht die bayerische Industrie heute im Ausland. Nach kontinuierlichem Wachstum im vergangenen Jahrzehnt erreichte das Ausfuhrvolumen aus dem Freistaat 2007 erstmals die 150-Milliarden-Euro-Marke. Bemerkenswert bei dieser Entwicklung ist, dass internationale Geschäfte besonders für die kleinen und mittelständischen Unternehmen an Bedeutung gewinnen. Vor allem auf den in Asien entstehenden neuen Märkten mit ihren riesigen Volumina heißt es, entweder man ist vor Ort mit dabei oder man scheidet aus dem Rennen aus. Mittelständische Zulieferer von global agierenden Unternehmen stehen ohnehin unter dem Druck, ihre Kunden weltweit zu bedienen. Andere Unternehmen wiederum erobern von sich aus mit Qualitätserzeugnissen lukrative Nischenmärkte im Ausland.

Was auch immer ausschlaggebend für ein Engagement jenseits der deutschen Grenzen ist, die bayerischen Sparkassen haben sich auf den damit verbundenen Beratungs- und Finanzierungsbedarf eingestellt und ein breites Angebot zur Begleitung mittelständischer Geschäftsaktivitäten im Ausland geschaffen. Insbesondere durch das Verbundnetzwerk mit der BayernLB, die in den wichtigsten Länder über Stützpunkte und Tochtergesellschaften verfügt, können die örtlichen Sparkassen ihre Kunden bei Auslandsaktivitäten rundum kompetent betreuen und ihnen die passende Projektfinanzierung anbieten. "Als Markführer bei Firmenkunden mit einem Marktanteil von rund 40 Prozent ist es für die Sparkasse Nürnberg gar keine Frage, dass sie den Unternehmen auch bei Auslandsengagements zur Seite steht", unterstreicht Roland Burgis, Firmenkundenvorstand der Sparkasse Nürnberg.

Gebündelte Kompetenz in S-International

Um ihre Kunden bei Auslandsgeschäften noch besser und intensiver beraten zu können, haben die Sparkasse Nürnberg und vier andere mittelfränkische Sparkassen ihre darauf ausgerichteten Kompetenzen in der zum 1. Juni 2007 an den Start gegangenen gemeinsamen Tochtergesellschaft S-International Region Nürnberg gebündelt. "Mit S-International haben wir die Beratungsqualität und die Betreuungsintensität für mittelständische Unternehmen erhöht. Dabei ist und bleibt der gewohnte Firmenkundenbetreuer in der jeweiligen Sparkasse der erste Ansprechpartner", erläutert Burgis.

Darüber hinaus steht den Firmenkunden das S-CountryDesk der Sparkassen-Finanzgruppe zur Verfügung. Das weltweite Kooperationsnetzwerk verbindet die Sparkasse mit renommierten, internationalen Banken, kundige Partner vor Ort sorgen für eine persönliche Betreuung im jeweiligen Land. "Damit haben wir weitreichende Möglichkeiten, unsere Kunden rundum zu begleiten, von der Beschaffung von Standortinformationen über eine individuelle Beratung und Klärung von Finanzierungsfragen bis hin zur direkten Kontoeröffnung im Ausland", resümiert Burgis.

Positive Effekte für die Region

Für Nürnberg und die Region sieht Burgis überwiegend positive Rückkoppelungseffekte durch die verstärkten Auslandsaktivitäten der Unternehmen. Zwar ist im produzierenden Gewerbe eine Abwanderung von Arbeitsplätzen in Länder mit geringerem Lohnniveau festzustellen, trotzdem ist der Industrieumsatz seit 2003 um zwölf Prozent gestiegen und die Beschäftigungssituation im Bereich der IHK Nürnberg hat sich um rund 11.000 Personen wieder deutlich verbessert. Die Exportquote legte im gleichen Zeitraum um ein Prozent auf 43 Prozent zu, die Arbeitslosenquote konnte in den vergangenen zwei Jahren um erfreuliche 32 Prozent abgebaut werden. 439 Betriebe wurden in den vergangenen beiden Jahren bei der IHK Nürnberg neu angemeldet, die Zahl der Ausbildungsverträge im Bezirk der Arbeitsagentur Nürnberg stieg um 13 Prozent. Dazu hat auch das Ausbildungsplatzprogramm 2007 der Sparkasse Nürnberg beigetragen. Durch ausgereichte Darlehen in Höhe von 2,6 Millionen Euro konnten 104 Ausbildungsplätze in der Region geschaffen wurden.

Wie stabilisierend sich verstärktes Auslandsengagement auf die Geschäftsentwicklung einzelner Unternehmen auswirkt, zeigt sich auch im Einzelfall. Beispielsweise hat bei der elasto form KG, einem der größten Werbeartikelproduzenten in Deutschland, eine Produktionsstätte in Pilsen mit zum rasanten Wachstum beigetragen. Seit 2006 produziert das Unternehmen, das übrigens viele Werbeartikel für die anstehende Fußball-Europameisterschaft liefert, in einer weiteren Fabrik in Prestice.

Dass die Globalisierung keine Einbahnstraße ins Ausland ist, sondern auch Geschäft in die Region bringt, zeigt die SEDA Germany GmbH in Neuhaus, ein Tochterunternehmen der italienischen SEDA International Packaging Group in Neapel. Mit 314 Beschäftigten erwirtschaftet die deutsche Konzerntochter einen Umsatz von rund 70 Millionen Euro – unter anderem liefert der Hartpapier- und Verpackungsspezialist die Becher für McDonald’s und Coca Cola. Die SEDA-Gruppe tätigt aktuell umfangreiche Erweiterungsinvestitionen (Logistikzentrum und Produktionseinheiten) im Volumen von über 40 Millionen Euro am Standort Neuhaus, stärkt somit die Region und sichert Arbeitsplätze. "Die Sparkasse Nürnberg bietet hier als Partner vor Ort die optimale Verbindung zwischen Kundennähe, Flexibilität und Kompetenz", ergänzt Burgis.

Kommt es zu einer Kreditklemme?

Aktuell interessiert natürlich die Frage, inwieweit es aufgrund der internationalen Finanzkrise für die mittelständischen Kunden zu einer Kreditklemme kommen kann. Die vorliegenden Zahlen der bayerischen Sparkassen belegen das Gegenteil. Im Jahr 2007 stieg das Volumen von Neukrediten an Unternehmen und Selbstständige sogar überproportional stark an. Damit begleiten die Sparkassen den wirtschaftlichen Aufschwung aktiv. Die Kreditauszahlungen an Unternehmen und Selbständige zeigten einen klaren Aufwärtstrend. Sie lagen bei einem Volumen von 7,48 Milliarden Euro um 10,7 Prozent über dem Vorjahr. "Wir sind in der Lage, jedem Unternehmer Kredite auszureichen, sofern er es wünscht und sofern der Kredit seriös vertretbar ist", betont Rudolf Faltermeier, Vizepräsident des Sparkassenverbands Bayern. Roland Burgis stimmt dem für die Sparkasse Nürnberg auf ganzer Linie zu: "Von einer restriktiveren Kreditvergabe kann bei uns keine Rede sein. Im gewerblichen Bereich, insbesondere bei Immobilien, sind unsere Darlehensneuzusagen sogar um 64 Prozent gestiegen."

Unternehmerkonferenz am 29. Mai 2008 in Nürnberg

Mit der Unternehmerkonferenz am 29. Mai 2008 in Nürnberg stellt die bayerische Sparkassenorganisation ihre Mittelstandskompetenz auch noch auf andere Weise unter Beweis. Der Kongress ist das wohl bedeutendste Forum für mittelständische Unternehmen in Bayern. Renommierte Referenten vermitteln den Teilnehmern hier das nötige Rüstzeug, um in finanz- und betriebswirtschaftlichen Disziplinen Höchstleistungen zu erbringen. Ob moderne Finanzierungsinstrumente, die Auswirkungen der Steuerreform, Bilanzstrukturmanagement oder Auslandsgeschäft: in Workshops und zahlreichen Fachvorträgen wird den rund 600 Teilnehmern wie bereits in den vergangenen Jahren wertvolles Know-how vermittelt. Weitere Infos unter: www.unternehmerkonferenz.de