07.05.2002
Elemente erfolgreicher Unternehmensgründung
StartUp- Wettbewerb 2002
Junge, zupackende Unternehmer sind eine Hoffnung für die deutsche Wirtschaft und ca. vier Millionen Arbeitslose. Jeder Existenzgründer schafft durchschnittlich drei bis vier neue Arbeitsplätze, Unternehmen aus der "StartUp-Schmiede" schaffen dagegen durchschnittlich sieben neue Arbeitsplätze. Auch im Handwerk wird frischer Unternehmergeist benötigt: Fachleute erwarten, dass rund 200.000 Betriebe eine Nachfolger- Regelung brauchen.
Viele junge Selbständige scheitern jedoch an mangelhafter Finanzierung, überbordender Bürokratie und fehlender Marktkenntnis.
Rund ein Drittel dieser schnellen Flops wären vermeidbar, wenn die Fehler in Planung und Organisation schon frühzeitig ausgeschaltet werden würden. Hier wollen die Sparkassen mit dem Existenzgründerwettbewerb StartUp Abhilfe schaffen.
Der Jungunternehmer entwirft im Rahmen des Wettbewerbs ein ca. 20 - 30 Seiten langes Geschäftskonzept. Dieser Businessplan besteht aus mindestens acht Bausteinen:
Eine Zusammenfassung sollte kurz alle wichtigen Aspekte darstellen. Dazu gehören Produkt-/Dienstleistungsidee, Kundennutzen, relevante Märkte, Kompetenz der Gründer, Investitionsbedarf und mögliche Rendite. Die künftige Positionierung des Unternehmens wird mit Strategie, Erfolgsfaktoren und wichtigen Meilensteinen dargestellt.
Das Produkt oder die Dienstleistung definieren sich durch die Produktfunktion, den Kundennutzen, die Konkurrenzprodukte und den Stand der Technik.
Wichtig bei der Betrachtung der Industrie und des Marktes ist ferner eine detaillierte Analyse der Branche, des Gesamtmarktes und der Mitbewerber.
Das Marketingkonzept sollte ein Grundkonzept, eine Zielgruppe, Vertriebskanäle und -organisation sowie Kommunikationsansatz enthalten.
Ebenso müssen die Qualifikationen des Managements und der Schlüsselpersonen beschrieben sein.
Die Lernpfade sollten klar definiert werden. Das heißt, dass eine Aufstellung der wichtigsten Fragestellungen, Handlungsoptionen und Zeitpunkte für die betreffenden Entscheidungen gemacht werden muss.
Die Planung der kommenden 3 Geschäftsjahre gehört ebenfalls zum Businessplan. Dabei müssen Personal, Investitionen, Liquidität (im Zeitablauf), Umsatz, Rohertrag, Ergebnis und Planbilanzen beachtet werden.
Bei der Abschätzung der Chancen und Risiken sollte man den Fall des "best case” und auch des "worst case” durchspielen. Dabei geht es meist um die zwei Kernfragen: Was ist zu tun, wenn das Geschäft boomt? Was mache ich, wenn die gesteckten Absatzziele nicht erreicht werden?
Abschließend wird die Finanzierung genauer betrachtet. Es ist notwendig genau aufzuschlüsseln, aus welchen Quellen die in der Liquiditätsplanung aufgeführten Posten finanziert werden sollen.
Hat der Gründer die Startphase erfolgreich gemeistert, muss der Plan noch lange nicht in der Schublade landen. Im Gegenteil: Auch für etablierte Unternehmen kann das Strategiepapier als Managementwerkzeug bei der Planung und Kontrolle von Geschäftszielen wertvolle Dienste leisten.
Dabei sollte man immer im Hinterkopf behalten, dass "ein Businessplan lebt”. Man sollte flexibel bleiben und die auferlegte Messlatte immer wieder anhand der Realität überprüfen.
Soviel steht fest: Ohne Wagnis ist auch mit dem besten Businessplan noch keine Firma aus der Taufe gehoben worden. Wer es auf eigene Faust schaffen will, braucht eine gehörige Portion Unternehmergeist, also jene explosive Mischung aus Unabhängigkeitsstreben, Leistungswillen und Risikobereitschaft, die erfolgreiche Chefs antreibt.
