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06.12.2001

Bayerische Sparkassen 2002

Zukunft im Wettbewerb

"Privatisierung der Sparkassen ist kein Thema". Mit diesen Worten wies Dr. Siegfried Naser, Geschäftsführender Präsident des Sparkassenverbandes Bayern, Spekulationen zurück, die Sparkassen würden über ihre Rechtsform nachdenken. Anlass war ein Pressegespräch zur bevorstehenden Euro-Bargeld-Einführung.

Grußwortredner Finanzminister a.D. Dr. Theo Waigel, einer der Väter des Euro, verteidigte nochmals die Richtigkeit der Euro-Einführung und erläuterte dessen volkswirtschaftliche und währungspolitische Bedeutung.

Der Geschäftsführende Präsident des Sparkassenverbandes Bayern, Dr. Siegfried Naser, teilte die Ansicht des Bundesfinanzministers a.D. und bezeichnete die Einführung des Euros als eine historische und politisch wie wirtschaftlich richtige Entscheidung.

In seiner Rede "Der Euro kommt – wohin gehen die Sparkassen?" führte Naser wörtlich aus:

  • Die Rechtsdebatte ist abgeschlossen. Damit ist die öffentliche Kreditwirtschaft nach europäischem und deutschem Recht zulässig. Die Sparkassen bleiben öffentliche Anstalten der kom-munalen Gebietskörperschaften.
  • Die gesellschaftliche Debatte ist zwar nie ganz abgeschlossen, aber auf absehbare Zeit ist Privatisierung kein Thema. Alle relevanten Entscheidungsträger haben sich für die Sparkassen als öffentliche Anstalten eingesetzt.
  • Die Zukunft der Sparkassen im Wettbewerb bleibt als einziges Thema. Dazu bedarf es keiner anderen Rechtsform. Andere Rechtsformen, wie z.B. Aktiengesellschaft, Genossenschaft oder Stiftung, lösen keine betriebswirtschaftlichen Fragen. Radikale Sparkassenfusionen auf nur noch 100 Institute in Deutschland, wie dies Sal. Oppenheim vorschlägt, kommen nicht in Frage. Die European Banking Study von Rolfes/Schierenbeck zeigt ganz im Gegenteil, dass regional tätige Banken mit richtiger Strategie gute Zukunftschancen haben.

Die Strategie der Sparkassen liegt daher darin, den Privatkunden und den mittelständischen Unternehmen vor Ort ein verlässlicher Finanzpartner zu sein. Eine konsequente weitere Verbesserung der Zusammenarbeit mit den Verbundpartnern Bayerische Landesbank, Versicherungskammer Bayern, LBS, DGZ, DekaBank und Deutsche Leasing steht damit in enger Verbindung. Die Sparkassen werden ihre Multikanalstrategie und ihre Online-Angebote ausbauen. Die Fokussierung auf die Kernkompetenzen, die Kredit- sowie Anlagegeschäfte mit Privat-, Firmen und Kommunalkunden stehen dabei im Mittelpunkt.

So positioniert brauchen die Sparkassen keinen Vergleich mit den Konkurrenten zu scheuen und bleiben im Markt fest verankert."